Schilddrüse (Glandula thyroidea)
Die Schilddrüse ist sozusagen das Taktwerk des Stoffwechsels – klein, schmetterlingsförmig und mit erstaunlich viel Einfluss. Sie sitzt brav vorne am Hals, tut unauffällig ihre Arbeit und sorgt gleichzeitig dafür, dass Herz, Kreislauf, Temperatur und Energiehaushalt im Takt bleiben.
Was die Schilddrüse tut:
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Produziert die Hormone Thyroxin (T₄) und Triiodthyronin (T₃) – echte Energiemanager, die jede Zelle im Körper antreiben.
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Bildet außerdem Calcitonin in den C-Zellen – ein Gegenspieler des Parathormons, der beim Kalziumhaushaltmitmischt.
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Wird gesteuert von der Hypophyse (über TSH), die wiederum vom Hypothalamus gelenkt wird – ein hormonelles Hierarchiesystem, das straffer organisiert ist als manches Unternehmen.
Anatomisch liegt sie vor der Luftröhre, besteht aus zwei Lappen, die durch den Isthmus verbunden sind – elegant wie ein kleiner Schmetterling im Hals.
Histologisch ist sie ein echter Klassiker unter den Drüsen:
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Follikel – kugelförmige Einheiten, gefüllt mit Kolloid, dem Speicherplatz für Thyreoglobulin (quasi das Rohmaterial für die Hormonproduktion).
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Follikelepithelzellen (Thyreozyten) – die fleißigen Arbeiter, die Jod einbauen und Hormone freisetzen.
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Parafollikuläre C-Zellen – etwas seltener, aber wichtig für Calcitonin.
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Reichlich Kapillaren, denn Hormone wollen schließlich schnell ins Blut.
Klinisch relevant:
Wenn die Schilddrüse aus dem Takt gerät, merkt man das sofort:
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Bei Überfunktion (Hyperthyreose) läuft alles auf Hochtouren – Herzklopfen, Schwitzen, Gewichtsverlust.
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Bei Unterfunktion (Hypothyreose) schaltet der Körper auf Sparflamme – Müdigkeit, Kältegefühl, Gewichtszunahme.
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Und wenn sie sich entzündet oder vergrößert, entsteht der bekannte Kropf – ein altes, aber klassisches Lehrbuchbeispiel.