Kolon (Dickdarm)
Das Kolon ist sozusagen die große Recyclinganlage des Verdauungstrakts – hier wird alles, was der Dünndarm übriggelassen hat, noch einmal gründlich durchgesehen, getrocknet und in Form gebracht. Während der Dünndarm fürs Extrahieren zuständig ist, kümmert sich das Kolon ums Sortieren, Entwässern und Endverpacken.
Was das Kolon tut:
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Wasser- und Elektrolytresorption – aus flüssigem Speisebrei wird hier Schritt für Schritt das, was am Ende als geformter Stuhl den Darm verlässt.
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Bakterielle Mitarbeit – Billionen von Mikroorganismen helfen, die letzten Nährstoffe zu knacken und produzieren dabei unter anderem Vitamine (z. B. K und Biotin).
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Speicherung und Transport – rhythmische Bewegungen (Haustrationen, Peristaltik) schieben den Darminhalt langsam Richtung Rektum.
Anatomisch gesehen teilt sich das Kolon in seine typischen Abschnitte:
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Colon ascendens (aufsteigend)
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Colon transversum (quer)
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Colon descendens (absteigend)
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Colon sigmoideum (s-förmig, kurz vor dem Rektum)
Histologisch zeigt sich das Kolon unter dem Mikroskop als wahres Muster an Organisation:
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Zylinderepithel mit vielen Becherzellen – sie produzieren Schleim, der alles geschmeidig hält.
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Tieferliegende Krypten (Lieberkühn-Krypten) – ohne Zotten, aber mit reger Zellneubildung.
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Lamina propria mit Lymphfollikeln – das Immunsystem ist hier stets auf Patrouille.
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Muscularis mit typischen Taenien (Längsmuskulatur in drei Streifen), die dem Dickdarm seine charakteristischen Wülste, die Haustren, verleihen.
Klinisch relevant:
Das Kolon kann vieles ab – aber wenn’s Ärger gibt, merkt man’s: von entzündlichen Erkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) über Polypen und Karzinome bis hin zu Divertikeln, die sich wie kleine Ausbuchtungen in der Wand einnisten.
Kurz gesagt:
Das Kolon ist die bodenständige Endstation des Verdauungssystems – praktisch, gründlich, ein bisschen gasfreudig, aber unverzichtbar für ein gutes Bauchgefühl.