Adrenales Myelolipom
Das adrenale Myelolipom ist sozusagen der Couchpotato unter den Nebennierentumoren – gutartig, gemütlich und meist ein Zufallsfund, der sich still und leise im Nebennierengewebe breitmacht, ohne großen Aufstand zu proben.
Es besteht aus einer ziemlich ungewöhnlichen Mischung: Fettgewebe und blutbildenden Zellen, also quasi ein kleines Mini-Knochenmark auf Abwegen. Warum genau sich das Knochenmark dort verirrt hat, weiß man bis heute nicht so richtig – aber es scheint sich dort recht wohlzufühlen.
Was man beim adrenalem Myelolipom erkennen kann:
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In den allermeisten Fällen keine Symptome – der Tumor wird zufällig entdeckt, z. B. bei einer CT-Untersuchung.
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Wenn er größer wird, kann er durch seine Raumforderung Druckgefühle im Bauch oder Flankenschmerzen verursachen.
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Hormonaktivität? Fehlanzeige. Das Myelolipom bleibt brav und mischt sich nicht in die Hormonproduktion ein.
Histologisch zeigt sich ein spannendes Duo unter dem Mikroskop:
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Reifes Fettgewebe (wie bei einem normalen Lipom)
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Dazwischen hämatopoetische Zellen aller drei Reihen:
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Erythropoese (rote Vorläuferzellen)
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Granulopoese (weiße Blutvorläuferzellen)
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Megakaryozyten (die großen Zellriesen, die Thrombozyten bilden)
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Selten finden sich kleine Gefäße, Verkalkungen oder Blutungen, aber nie bösartige Zellveränderungen.
Kurz gesagt:
Das adrenale Myelolipom ist ein freundlicher, stiller Passagier der Nebenniere – ein bisschen fehlplatziertes Knochenmark im Fettmantel. Klinisch harmlos, histologisch kurios – und meist nur ein Nebendarsteller auf dem Radiologiebild.